Urban Pollinators - Wildbienen in Freising

Holzbiene an Bohnenblüte
(J. Weissmann)
Maskenbiene an Färber-Kamille
(J. Weissmann, Freising)
Sandbiene an Brombeerblüte
(J. Weissmann, Freising)

 

Neben der Honigbiene besucht eine Vielfalt an Wildbienen die Blüten unserer Gartenpflanzen. Hier findet man eine große Diversität an Formen und Lebensweisen: von ameisengroßen Maskenbienen bis hin zu 3 cm großen Holzbienen; von roten, gelben, schwarzen, bis hin zu grün oder golden gefärbten Arten; von tief brummenden Hummeln bis zum auffällig hohen Flugton hektisch fliegender Pelzbienen. Bei den meisten Wildbienen zieht das Weibchen die Brut alleine in selbstgegrabenen Erdnestern, in Pflanzenstängeln, Schneckenhäusern oder Mauerritzen auf. Manche Arten sind auf den Pollen und Nektar einer ganz spezifischen Pflanze angewiesen, andere wiederum können Blüten diverser Pflanzenarten aufsuchen.

Der Erhalt dieser Vielfalt ist für unsere Pflanzenwelt von großer Bedeutung: Hummeln und Pelzbienen gelangen mit ihrem besonders langen Rüssel an den Blütengrund des Salbeis, kurzrüsselige Seidenbienen wiederum an Pollen und Nektar der Kamille. Blattschneiderbienen sind kräftig genug um Erbsenblüten zu öffnen, Hummeln wiederum können den Pollen aus Tomatenblüten herausschütteln. Mauerbienen können auch während Schlechtwetterperioden fliegen, Holzbienen wiederum während Hitzephasen die Bestäubung vieler Pflanzen gewährleisten.Einige Sandbienen fliegen schon ab März zur Kornellkirschblüte, während die Efeu-Seidenbiene für die Efeublüte bis in den Oktober hinein bedeutsam ist.

Diese Vielfalt ist stark bedroht: von den 585 in Deutschland beheimateten Wildbienenarten ist laut Roter Liste mehr als die Hälfte gefährdet. Sie sind angewiesen auf das Vorhandensein von Nistplätzen, Nistmaterialien und Nahrungsquellen in Form von Pollen und Nektar innerhalb Ihres Flugradius von nur wenigen 100 Metern. Dementsprechend wirken sich die Monotonie und zeitlich begrenzte Verfügbarkeit des Blütenangebots, der Mangel an Nistmöglichkeiten und der Einsatz von Pestiziden in vielen von großen Monokulturen geprägten Agrarlandschaften besonders negativ aus.

Städte wie Freising bieten gute Ausgangsbedingungen für die Förderung von Wildbienen: Hier herrscht ein relativ warmes Mikroklima, oftmals besteht auf kleinem Raum eine Vielfalt an Strukturen, sowie ein durchgehendes und vielfältiges Blütenangebot.

Das Projekt “Städtische Bestäuber – Wildbienen in Freising” widmet sich ab März 2018 der Untersuchung von Bestäubungsvorgängen in Freisinger Gärten unter Einbeziehung der Bevölkerung. Freising ist besonders geeignet für die Wildbienenforschung, weil hier auf engem Raum städtische Elemente, naturnahe Bereiche wie die Isarauen, und von landwirtschaftlicher Nutzung geprägte Flächen wie innerstädtische Streuobstwiesen und eine Vielfalt an Gemeinschafts-, Klein- und Privatgärten zusammentreffen. Die Größe der Stadt ermöglicht es dabei, eine vergleichende Sicht auf diese Habitate mit einer ganzheitlichen Perspektive auf das Stadtgefüge zu verbinden. Die hohe Dichte an gärtnerisch genutzten Flächen fördert ein integriertes Erforschen von Wildbienendiversität und Bestäubungssicherheit im städtischen Raum.

Hier sind wir auf Ihre Beteiligung angewiesen. Wir suchen Freisinger GartenbesitzerInnen, die gerne die Bienenwelt vor Ihrer Haustüre erkunden möchten. Detaillierte Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie hier.